Stress mit Reihengeschäften

Reihengeschäftrechner Österreich 2020:

Wählen Sie die am Reihengeschäft beteiligten Länder in der Reihenfolge des Verrechnungsweges aus:

Land des 1. Unternehmers (U1): OesterreichDeutschlandItalienUngarnSchweiz
HilfeNeue Auswahl
LänderauswahlDruckversion
zur alten Rechtslage
Land des 2. Unternehmers (U2):OesterreichDeutschlandItalienUngarnSchweiz
Land des 3. Unternehmers (U3):OesterreichDeutschlandItalienUngarnSchweiz
Land des 4. Unternehmers (U4):OesterreichDeutschlandItalienUngarnSchweiz
Veranlasser des Transports:1. Unternehmer3. Unternehmer
             
 
Musterseite des Reihengeschäftrechners: Die nachfolgenden Reihengeschäftauswertung entspricht den in der Basis- und Vollversion enthaltenen Informationen. Mit Ihrer Registrierung im Reihengeschäftrechner erhalten Sie Zugang zu Reihengeschäftauswertungen in dieser Form für alle 5000 Beispiele des Reihengeschäftrechners.
 
Reihengeschäftrechner Österreich / DE-DE-AT / U2 versendet
 

Sachverhalt:

Ein österreichischer Unternehmer U3 (=Empfänger) bestellt bei seinem deutschen Lieferanten U2 (=1. Erwerber) eine Maschine. Da der Lieferant U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim deutschen Großhändler U1 (=Erstlieferant). Der deutsche Unternehmer U2 holt die Maschine vom deutschen Großhändler U1 ab und liefert diese direkt an den österreichischen Unternehmer U3. Der deutsche Unternehmer U2 (=Zwischenhändler) tritt mit seiner deutschen UID-Nummer auf und teilt diese vor Beginn der Beförderung (bzw. Versendung) dem deutschen Großhändler U1 mit.

Kurzbeschreibung des Reihengeschäfts:

  • "Lieferung 1" von U1 (Deutschland) an U2 (Deutschland)
  • "Lieferung 2" von U2 (Deutschland) an U3 (Österreich)
  • Besonderes Merkmal dieses Reihengeschäfts
    • Da der deutsche Unternehmer U2 gegenüber dem Unternehmer U1 seine deutsche UID-Nummer angibt, findet die Bestimmung des seit 1.1.2020 wirksamen § 3 Abs. 15 Z 1 lit. b UStG (Art. 36a Abs. 2 MwStSystRL) Anwendung. Dadurch verlagert sich die bewegte Lieferung auf das Umsatzgeschäft zwischen U2 und U3 und der deutsche Unternehmer U2 muss sich folglich nicht mehr im Bestimmungsland Österreich registrieren lassen.

Detailbeschreibungen aus der Sicht der einzelnen Unternehmer:

Aus der Sicht des Erstlieferanten U1 (aus Deutschland):

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Diese Lieferung ist in Deutschland (U1) steuerbar. Die Rechnung muss daher mit 19 % deutscher Umsatzsteuer unter Angabe der eigenen (deutschen) UID-Nummer ausgestellt werden.

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als steuerpflichtige (Inlands-)Lieferung.

Aus der Sicht des Erwerbers U2 (aus Deutschland):

  • Eingangsrechnung:

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Die in der Eingangsrechnung enthaltene deutsche Umsatzsteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht werden und ist dementsprechend in der UVA zu erfassen.

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung (Innergemeinschaftliche Lieferung) gem. Art. 6 UStG iVm. Art. 7 UStG (oder alternativ mit Verweis auf Art. 138 der Richtlinie 2006/112/EC) und Angabe der eigenen deutschen UID-Nummer sowie der (österreichischen) UID-Nummer des österreichischen Unternehmers U3.

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als innergemeinschaftliche Lieferung.

    • Zusammenfassende Meldung (ZM):
      Erfassung als (innergemeinschaftliche) Lieferung an die (österreichische) UID-Nummer des österreichischen Unternehmers U3.

    • Intrastat-Meldung:
      Versendungsmeldung mit Bestimmungsland Österreich.

Aus der Sicht des Empfängers U3 (aus Österreich):

  • Eingangsrechnung:

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer und ist als innergemeinschaftlicher Erwerb in der UVA zu erfassen. D.h. auf der einen Seite muss die Erwerbsteuer (Kennziffern 070 und 072) abgeführt werden und auf der anderen Seite besteht die Vorsteuerabzugsberechtigung (Kennziffer 065) in gleicher Höhe.

    • Intrastat-Meldung:
      Eingangsmeldung mit Versendungsland Deutschland.

Anmerkungen zum Reihengeschäft:

  • Obige Detailbeschreibungen aus der Sicht der Unternehmer U1 und U2 stellen nur einen Anhaltspunkt dar, wie die steuerrechtliche Beurteilung wäre, wenn in Deutschland die österreichischen Gesetze gelten würden. Ebenso in der Reihengeschäftzkizze wie auch in der Kurzbeschreibung wurden nationale Abweichungen zur österreichischen Gesetzeslage nicht berücksichtigt!

  • Die Beurteilung dieses Reihengeschäfts aus dt. Sicht finden Sie im reihengeschaeftrechner.de (sowie in der englischen Version im chaintransaction-calculator.de).

  • Alternativlösung A: Wenn der deutsche Unternehmer U2 gegenüber dem deutschen Unternehmer U1 mit einer österreichischen UID-Nummer auftritt, findet die bewegte (steuerbefreite) Lieferung zwischen U1 und U2 statt. Die Lieferung von U2 an U3 ist dann allerdings als ruhende Lieferung in Österreich steuerbar (20% öst. USt).

  • Alternativlösung B: Wenn der deutsche Unternehmer U2 mit einer UID-Nummer auftritt, die nicht von einem Land ist, in der das Reihengeschäft beginnt (Deutschland) oder endet (Österreich), ist die Vereinfachungsregelung für Dreiecksgeschäfte anwendbar! Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der deutsche Unternehmer U2 im Bestimmungsland Österreich keinen Wohnsitz oder Sitz hat und auch nicht zur Umsatzsteuer erfasst ist. Eine umsatzsteuerliche Registrierung oder Ansässigkeit im Abgangsland (Deutschland) ist hingegen nicht schädlich (siehe auch RZ 4294 UStR).

 
Skizze
 
 
Skizze
 
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen sowie den Haftungsausschluss.