Stress mit Reihengeschäften
 

Neue Rechtslage bei Reihengeschäften ab 01.01.2020:

Auf dem Weg zu einem neuen endgültigen EU-Mehrwertsteuersystems, das noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, haben sich die europäischen Finanzminister im Oktober 2018 auf ein kurzfristiges Maßnahmenpaket (Quick fixes) geeinigt. Dieses Maßnahmenpaket wurde bereits im Dezember 2018 in die Mehrwertsteuersystemrichtlinie 2006/112/EG und die Durchführungsverordnung 282/2011 eingearbeitet und gilt ab 01.01.2020.

Mit dem neuen Artikel 36a wurden nun erstmals Vorschriften zu Reihengeschäften in die MwStSystRL aufgenommen. Dieser Artikel regelt nun verbindlich für alle Mitgliedsstaaten die Zuordnung der bewegten Lieferung bei innergemeinschaftlichen Reihengeschäften. Die bisherige Rechtsunsicherheit, dass in anderen Mitgliedsstaaten abweichende Regeln für die Zuordnung der bewegten Lieferung gelten könnten, fällt somit ab 01.01.2020 weg.

Die neue Grundregel (Artikel 36a Abs.1) lautet, dass die Versendung oder Beförderung jeweils der Lieferung an den Zwischenhändler zugeschrieben wird. Durch die Definition in Absatz 3 wird klargestellt, dass mit "Zwischenhändler" jener Unternehmer gemeint ist, der die Gegenstände versendet oder befördert. Diese Zuordnungsregelung deckt sich mit der aktuell gültigen grundsätzlichen Zuordnungsregelung der Umsatzsteuer-Richtlinie (RZ 450 UStR). Damit ändert sich somit grundsätzlich nichts bei innergemeinschaftlichen Reihengeschäften und die Problematik, dass die EuGH-Rechtsprechung von der Verwaltungsauffassung abweicht wird dadurch behoben. Ebenso müssen Mitgliedsstaaten, die sich bisher an der EuGH-Rechtsprechung orientiert haben (Anknüpfung an die Übertragung der Verfügungsmacht) ihre Zuordnungsregeln anpassen. Die Rechtssicherheit steigt damit bei den innergemeinschaftlichen Reihengeschäften. Die MwStSystRL bezieht sich allerdings nur auf innergemeinschaftliche Reihengeschäfte, d.h. bei Reihengeschäften mit Drittlandsbezug (Einfuhr/Ausfuhr) sind weiterhin die jeweils nationalen Gesetzgebung sowie die gesetzlichen Bestimmungen des Drittlands zu beachten.

Die zweite Regelung (Artikel 36a Abs.2) stellt aus der Sicht der meisten Mitgliedsstaaten eine absolute Neuerung dar (Aus deutscher Sicht hingegen liegt eine auffällige Ähnlichkeit zum Wahlrecht gem. §3 Abs. 6 Satz 6 dUStG vor). Diese neue Regelung bewirkt eine Verschiebung der bewegten Lieferung, wenn der Zwischenhändler seinem Lieferer eine UID-Nr. mitteilt, die ihm vom Mitgliedsstaat, aus dem die Gegenstände versandt oder befördert werden, erteilt wurde. Im Ergebnis entsteht hierdurch ein Wahlrecht für jenen Unternehmer, der den Transport veranlasst, der dadurch wahlweise mit einer UID-Nr. des Abgangslandes oder einer UID-Nr. des Bestimmungslandes auftreten darf. Je nach verwendeter UID-Nr. ist in Folge entweder die Lieferung an diesen Zwischenhändler oder die Lieferung durch diesen Zwischenhändler die bewegte Lieferung und somit bei Erfüllung aller gesetzlichen Voraussetzungen steuerbefreit (IGL). Bei Reihengeschäften mit Drittlandsbezug (Ausfuhr) sind allerdings wie auch bei der Anwendung des Artikel 36a Abs.1 weiterhin die jeweils nationalen Gesetzgebungen sowie die gesetzlichen Bestimmungen des Drittlands zu beachten.

Der große Vorteil aus österreichischer Sicht liegt somit darin, dass jener Unternehmer, der den Transport veranlasst, wahlweise mit einer UID-Nummer des Abgangsmitgliedsstaates auftreten darf und dadurch die bewegte Lieferung so verschiebt, dass er sich nicht mehr im Bestimmungsland registrieren lassen muss. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn dieser Unternehmer die Nationalität des Abgangsmitgliedsstaates hat oder aus einem anderen Grund bereits im Abgangsmitgliedsstaat registriert ist.

Wenn Sie sich im Reihengeschäftrechner registrieren, finden Sie ab sofort zusätzlich in den Anmerkungen am Ende der Reihengeschäftsauswertungen Hinweise im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Änderungen und bei jenen Beispielen, bei denen der Veranlasser des Transports die Nationalität des Abgangslandes hat (und somit automatisch im Besitz der USt-IdNr. des Abgangslandes ist) eine 2. Reihengeschäft-Skizze unter Ausübung des Wahlrechts gem. Artikel 36a Abs.2 der MwStSystRL. So sehen Sie auf ein und derselben Seite jeweils eine Skizze für die Rechtslage 2019 und zugleich eine weitere Skizze mit der Rechtslage 2020 und können mit einem Blick erkennen, wie sich die neue Regelung ab 01.01.2020 auswirkt.

Damit auch Sie in den Genuss dieser zusätzlichen Informationen kommen, bitte ich um Ihre Registrierung über den nachfolgenden Link:

Neu Hier? - Registrierung

Bestellung

Bereits Kunde? - Login

Login

In der Basis- und Vollversion enthaltene Informationen:

  • Registrierungspflichten: Die Länder in denen sich der Unternehmer registrieren muss (UVA's!)
  • Fakturierung: Erforderliche Angaben in der Rechnung im Zusammenhang mit einer Steuerbefreiung
  • Umsatzsteuervoranmeldung: Alle in der UVA erforderlichen Eintragungen (inkl. österr. KZ)
  • Einfuhrumsatzsteuer: Vorsteuerabzugsberechtigung aus dem Titel der Einfuhrumsatzsteuer
  • Haftung: Ausführliche Beschreibung der Haftung gem. § 27 Abs. 4 öUStG
  • Zusammenfassenden Meldung: Die Meldepflichten in der ZM
  • Intrastat: Alle Intrastat-Meldepflichten
  • Anmerkungen: Zu Doppelerwerb, unterschiedlicher EUSt-Schuldner sowie
    zur rechtlichen Beurteilung ab 01.01.2020 / tlw. inkl.2. Reihengeschäft-Skizze nach Rechtslage ab 1.1.2020
    siehe auch Musterseite Reihengeschäft-4
  • Vorschläge: Zur Erlangung einer Steuerbefreiung
  • Hinweise: Zu abweichenden rechtlichen Beurteilungen anderer Mitgliedsstaaten
    Eine ausführliche Beschreibung finden Sie in der Hilfe bzw. in nachfolgenden Musterseiten:
    Reihengeschäft-1, Reihengeschäft-2, Reihengeschäft-3

Weitere Features:

  • Druckversion mit fast 5.000 Beispielen (Einzelplatzlizenz - Basisversion)
  • Personalisierte Druckversion mit mehreren 100 Millionen Beispielen (Einzelplatzlizenz Plus)
    Die gewünschten Länder können aus einer Liste von 190 Staaten ausgewählt werden
  • Word-File: Zusätzlich stehen die Reihengeschäfte als (editierbares) Word-File zum Download bereit. Diese entsprechen im Wesentlichen der Druckversion (inkl. Skizze nach aktueller Rechtslage) ohne ©-Kennzeichnung und sollen Steuerberatern die Arbeit erleichtern, indem sie dieses File als Basis für eigene Reihengeschäftsbeurteilungen heranziehen können.

Kosten der Basisversion:

Eine Einzelplatzlizenz kostet nur EUR 50,- zuzügl. USt pro Jahr und Arbeitsplatz. Unmittelbar nach ihrer Bestellung erhalten Sie per E-Mail einen Aktivierungslink samt Nutzungsvertrag. Der Nutzungsvertrag kommt erst mit Klick auf diesen Link in der E-Mail zustande und Sie können den Reihengeschäftrechner sofort nutzen. Die Jahresgebühr bezahlen Sie im Anschluss bequem nach Erhalt der Rechnung mittels Überweisung. Weitere Lizenzmodelle finden Sie in der Preisliste.

 

Weitere Änderungen durch die Quick fixes:

Bitte beachten Sie, dass das beschlossene Maßnahmenpaket (Quick fixes) neben den Änderungen bei den Reihengeschäften auch Auswirkungen auf weitere Bereiche hat:

Näheres dazu finden Sie hier.