Stress mit Reihengeschäften
 
Musterseite des Reihengeschäftrechners: Die nachfolgenden Reihengeschäftauswertung entspricht den in der Basis- und Vollversion enthaltenen Informationen. Mit Ihrer Registrierung im Reihengeschäftrechner erhalten Sie Zugang zu Reihengeschäftauswertungen in dieser Form für alle 5000 Beispiele des Reihengeschäftrechners.

Reihengeschäftrechner Österreich 2019:

Wählen Sie die am Reihengeschäft beteiligten Länder in der Reihenfolge des Verrechnungsweges aus. Für die Beurteilung des Reihengeschäfts muss auch ausgewählt werden, welcher der beteiligten Unternehmer den Transport beauftragt. Nach dieser Auswahl erscheint unmittelbar das Ergebnis. Die bereits ausgewählten Länder können Sie jederzeit über die Eingabemaske abändern.

Land des 1. Unternehmers (U1): OesterreichDeutschlandItalienUngarnSchweiz
HilfeNeue Auswahl
LänderauswahlDruckversion
Rechtslage ab 01.01.2020
Land des 2. Unternehmers (U2):OesterreichDeutschlandItalienUngarnSchweiz
Land des 3. Unternehmers (U3):OesterreichDeutschlandItalienUngarnSchweiz
Land des 4. Unternehmers (U4):OesterreichDeutschlandItalienUngarnSchweiz
Veranlasser des Transports:1. Unternehmer2. Unternehmer
             
 
Reihengeschäftrechner Österreich / IT-AT-DE / Abholfall
 

Sachverhalt:

Ein deutscher Unternehmer U3 (=Empfänger) bestellt bei seinem österreichischen Lieferanten U2 (=Erwerber) eine Maschine. Da der Lieferant U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim italienischen Großhändler U1 (=Erstlieferant). Der deutsche Unternehmer U3 holt die Maschine vom Großhändler U1 in Italien ab.

Kurzbeschreibung des Reihengeschäfts:

  • Registrierungspflichten:
    • Der österreichische Unternehmer U2 muss sich im Land des 1. Unternehmers U1 (Italien) registrieren lassen. (kein Dreiecksgeschäft!)

  • "Lieferung 1" von U1 (Italien) an U2 (Österreich)
    • Ruhende Lieferung gem. § 3 Abs. 7 UStG
    • Steuerbare Lieferung in Italien (U1)

  • "Lieferung 2" von U2 (Österreich) an U3 (Deutschland)
    • Bewegte Lieferung gem. § 3 Abs. 8 UStG
    • Steuerbare steuerbefreite Lieferung in Italien (U1)
    • Steuerbefreiung gem. Art. 6 UStG iVm. Art. 7 UStG (Innergemeinschaftliche Lieferung)

Detailbeschreibungen aus der Sicht der einzelnen Unternehmer:

Aus der Sicht des Erstlieferanten U1 (aus Italien):

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Diese Lieferung ist in Italien (U1) steuerbar. Die Rechnung muss daher mit 22 % italienischer Umsatzsteuer unter Angabe der eigenen (italienischen) UID-Nummer ausgestellt werden.

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als steuerpflichtige (Inlands-)Lieferung.

Aus der Sicht des Erwerbers U2 (aus Österreich):

  • Registrierung:

    • Der österreichische Unternehmer U2 muss sich im Land des 1. Unternehmers U1 (Italien) registrieren lassen und gegenüber U1 und U3 mit seiner italienischen UID-Nummer auftreten. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der italienischen UVA, ZM und Intrastat einzutragen.

  • Eingangsrechnung:

    • UVA (beim italienischen Finanzamt):
      Die in der Eingangsrechnung enthaltene italienische Umsatzsteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht werden und ist dementsprechend in der UVA zu erfassen.

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung (Innergemeinschaftliche Lieferung) gem. Art. 6 UStG iVm. Art. 7 UStG (oder alternativ mit Verweis auf Art. 138 der Richtlinie 2006/112/EC) und Angabe der eigenen italienischen UID-Nummer sowie der (deutschen) UID-Nummer des deutschen Unternehmers U3.

    • UVA (beim italienischen Finanzamt):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als innergemeinschaftliche Lieferung.

    • ZM (beim italienischen Finanzamt):
      Erfassung als (innergemeinschaftliche) Lieferung an die (deutsche) UID-Nummer des deutschen Unternehmers U3.

    • Intrastat-Meldung (bei der italienischen Behörde):
      Versendungsmeldung mit Bestimmungsland Deutschland.

Aus der Sicht des Empfängers U3 (aus Deutschland):

  • Eingangsrechnung:

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer und ist als innergemeinschaftlicher Erwerb in der UVA zu erfassen. D.h. auf der einen Seite muss die Erwerbsteuer abgeführt werden und auf der anderen Seite besteht die Vorsteuerabzugsberechtigung in gleicher Höhe.

    • Intrastat-Meldung:
      Eingangsmeldung mit Versendungsland Italien.

Anmerkungen zum Reihengeschäft:

  • Dreiecksgeschäfte haben zur Bedingung, dass entweder der Lieferant (U1) oder der Erwerber (U2) den Transport veranlassen. Im oben dargestellten Sachverhalt wird der Transport jedoch vom Empfänger (U3) veranlasst. Demnach können die Vereinfachungsregeln des Dreiecksgeschäfts nicht angewandt werden und der Unternehmer U2 muss sich im Land des Unternehmers U1 registrieren lassen.

  • Obige Detailbeschreibungen aus der Sicht der Unternehmer stellen nur einen Anhaltspunkt dar, wie die steuerrechtliche Beurteilung wäre, wenn in Italien und in Deutschland die österreichischen Gesetze gelten würden. Ebenso in der Reihengeschäftzkizze wie auch in der Kurzbeschreibung wurden nationale Abweichungen zur österreichischen Gesetzeslage nicht berücksichtigt!

  • Allgemeine Informationen zur Beurteilung von Reihengeschäften finden Sie unter www.reihengeschaeft.at.

  • Die genauen Voraussetzungen für die Anwendbarkeit der Vereinfachungsregeln für Dreiecksgeschäfte finden Sie unter www.dreiecksgeschaeft.at.

  • Die Beurteilung dieses Reihengeschäfts aus deutscher Sicht finden Sie im reihengeschaeftrechner.de (sowie in der englischen Version im chaintransaction-calculator.de).

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