Stress mit Reihengeschäften

Reihengeschäftrechner Österreich 2021:

Wählen Sie die am Reihengeschäft beteiligten Länder in der Reihenfolge des Verrechnungsweges aus:

Land des 1. Unternehmers (U1): OesterreichDeutschlandItalienUngarnSchweiz
HilfeLänderauswahl
Privater EndabnehmerDruckversion
kein 4. Landzur Rechtslage 2019
Land des 2. Unternehmers (U2):OesterreichDeutschlandItalienUngarnSchweiz
Land des 3. Unternehmers (U3):OesterreichDeutschlandItalienUngarnSchweiz
Land des 4. Unternehmers (U4):OesterreichDeutschlandItalienUngarnSchweiz
Veranlasser des Transports:1. Unternehmer2. Unternehmer3. Unternehmer4. Unternehmer2. Unternehmer als Lieferer
             
 
Musterseite des Reihengeschäftrechners: Die nachfolgenden Reihengeschäftauswertung entspricht den in der Basis- und Vollversion enthaltenen Informationen. Mit einer Registrierung im Reihengeschäftrechner erhalten Sie Zugang zu Reihengeschäftauswertungen in dieser Form für rund 4000 bzw. sogar 8000 Beispiele.
 
Reihengeschäftrechner Österreich / HU-IT-AT-DE U2 versendet
 

Sachverhalt:

Ein deutscher Unternehmer U4 (=Empfänger) bestellt bei seinem österreichischen Lieferanten U3 (=2. Erwerber) eine Maschine. Dieser wiederum bestellt die Maschine beim italienischen Großhändler U2 (=1. Erwerber). Da der Großhändler U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim ungarischen Produzenten U1 (=Erstlieferant). Der italienische Großhändler U2 holt die Maschine vom ungarischen Produzenten U1 ab und liefert diese direkt an den deutschen Unternehmer U4. Der italienische Großhändler U2 (=Zwischenhändler) tritt mit seiner ungarischen UID-Nummer auf und teilt diese vor Beginn der Beförderung (bzw. Versendung) dem ungarischen Produzenten U1 mit.

Kurzbeschreibung des Reihengeschäfts:

  • Registrierungspflichten:
    • Der italienische Unternehmer U2 muss sich im Abgangsland Ungarn registrieren lassen.
    • Der österreichische Unternehmer U3 muss sich im Bestimmungsland Deutschland registrieren lassen.

  • "Lieferung 1" von U1 (Ungarn) an U2 (Italien)
  • "Lieferung 2" von U2 (Italien) an U3 (Österreich)
  • "Lieferung 3" von U3 (Österreich) an U4 (Deutschland)
  • Besonderes Merkmal dieses Reihengeschäfts
    • Da der italienische Unternehmer U2 gegenüber dem Unternehmer U1 seine ungarische UID-Nummer angibt, findet die Bestimmung des seit 1.1.2020 wirksamen § 3 Abs. 15 Z 1 lit. b UStG (Art. 36a Abs. 2 MwStSystRL) Anwendung. Dadurch verlagert sich die bewegte Lieferung auf das Umsatzgeschäft zwischen U2 und U3.

Detailbeschreibungen aus der Sicht der einzelnen Unternehmer:

Aus der Sicht des Erstlieferanten U1 (aus Ungarn):

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Diese Lieferung ist in Ungarn (U1) steuerbar. Die Rechnung muss daher mit 27 % ungarischer Umsatzsteuer unter Angabe der eigenen (ungarischen) UID-Nummer ausgestellt werden.

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als steuerpflichtige (Inlands-)Lieferung.

Aus der Sicht des 1. Erwerbers U2 (aus Italien):

  • Registrierung:

    • Der italienische Unternehmer U2 muss sich im Abgangsland Ungarn registrieren lassen und gegenüber U1 und U3 mit seiner ungarischen UID-Nummer auftreten. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der ungarischen UVA, ZM und Intrastat einzutragen.

  • Eingangsrechnung:

    • UVA (beim ungarischen Finanzamt):
      Die in der Eingangsrechnung enthaltene ungarische Umsatzsteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht werden und ist dementsprechend in der UVA zu erfassen.

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung (Innergemeinschaftliche Lieferung) gem. Art. 6 UStG iVm. Art. 7 UStG (oder alternativ mit Verweis auf Art. 138 der Richtlinie 2006/112/EC) und Angabe der eigenen ungarischen UID-Nummer sowie der deutschen UID-Nummer des österreichischen Unternehmers U3.

    • UVA (beim ungarischen Finanzamt):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als innergemeinschaftliche Lieferung.

    • ZM (beim ungarischen Finanzamt):
      Erfassung als (innergemeinschaftliche) Lieferung an die deutsche UID-Nummer des österreichischen Unternehmers U3.

    • Intrastat-Meldung (bei der ungarischen Behörde):
      Versendungsmeldung mit Bestimmungsland Deutschland.

Aus der Sicht des 2. Erwerbers U3 (aus Österreich):

  • Registrierung:

    • Der österreichische Unternehmer U3 muss sich im Bestimmungsland Deutschland registrieren lassen und gegenüber U2 und U4 mit seiner deutschen UID-Nummer auftreten. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der deutschen UVA und Intrastat einzutragen.

  • Eingangsrechnung:

    • UVA (beim deutschen Finanzamt):
      Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer und ist als innergemeinschaftlicher Erwerb in der UVA zu erfassen. D.h. auf der einen Seite muss die Erwerbsteuer abgeführt werden und auf der anderen Seite besteht die Vorsteuerabzugsberechtigung in gleicher Höhe.

    • Intrastat-Meldung (bei der deutschen Behörde):
      Eingangsmeldung mit Versendungsland Ungarn.

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Diese Lieferung ist in Deutschland (U4) steuerbar. Die Rechnung muss daher mit 19 % deutscher Umsatzsteuer unter Angabe der eigenen deutschen UID-Nummer ausgestellt werden.

    • UVA (beim deutschen Finanzamt):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als steuerpflichtige (Inlands-)Lieferung und Abfuhr der Umsatzsteuer aus dieser Lieferung an das deutsche Finanzamt.

Aus der Sicht des Empfängers U4 (aus Deutschland):

  • Eingangsrechnung:

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Die in der Eingangsrechnung enthaltene (deutsche) Umsatzsteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht werden und ist dementsprechend in der UVA zu erfassen.

Anmerkungen zum Reihengeschäft:

  • Wenn der österreichische Unternehmer U3 nicht mit einer deutschen UID-Nummer auftritt sondern beispielsweise mit seiner eigenen österreichischen UID-Nummer, so wird ein zusätzlicher innergemeinschaftlicher Erwerb im UID-Land ohne Recht auf Vorsteuerabzug ausgelöst. Das bedeutet, dass der Unternehmer U3 in Österreich Erwerbsteuer bezahlen muss, aber nicht wie gewohnt diesen Betrag zugleich als Vorsteuer geltend machen kann. Siehe auch RZ 3777 UStR.

  • Obige Detailbeschreibungen aus der Sicht der Unternehmer stellen nur einen Anhaltspunkt dar, wie die steuerrechtliche Beurteilung wäre, wenn in Ungarn und in Deutschland die österreichischen Gesetze gelten würden. Ebenso in der Reihengeschäftzkizze wie auch in der Kurzbeschreibung wurden nationale Abweichungen zur österreichischen Gesetzeslage nicht berücksichtigt!

  • Die Beurteilung dieses Reihengeschäfts aus dt. Sicht finden Sie im reihengeschaeftrechner.de (sowie in der englischen Version im chaintransaction-calculator.de).

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